Am zweiten Tag des EGK OL-Weltcupfinals in Davos Klosters erleben Mia & Mara die Quarantäne hautnah. Mit dem Coronavirus hat diese jedoch nichts zu tun.

Seit Corona wissen wir alle, was das Wort Quarantäne bedeutet. Die Quarantäne, die wir heute besucht haben, ist aber etwas anderes. Sie ist ein Bereich, in dem sich die Athleten vor ihrem Wettkampf aufhalten müssen, um keinen Vorteil an ihrem Lauf zu haben. Uns hat es sehr interessiert, wie es dort aussieht und abläuft. Durch uns könnt ihr heute einen Blick hinein gewinnen und euer Wissen über die Quarantäne erweitern.  
 
Als wir uns auf den Weg machen, finden wir zuerst das Gebäude nicht. Die Quarantäne befindet sich in der Hochgebirgsklinik Davos und wir trauen uns nicht, einfach in die Rehabilitionsklinik hinein zu marschieren. Stattdessen laufen wir einmal um das Gebäude und stehen bald tatsächlich vor dem Eingang der OL-Quarantäne.

Beim Empfang erklärt uns Andrea Bossi, wie es für die Teilnehmenden in der Quarantäne abläuft. Gleich beim Eingang müssen sich die Athleten beim Check-in anmelden. Danach müssen sie auf einer Liste unterschreiben, um zu bestätigen, dass sie angekommen sind und die weitere Zeit bis zum Start in der Quarantäne verbringen. Alle Läufer müssen bis um 11:20 Uhr in der Quarantäne eingetroffen sein. Wer bis dann nicht eingecheckt hat, darf nicht starten.  Wenn alles mit der Anmeldung funktioniert hat, können sich die Läufer in den Quarantänen-Bereich begeben. Heute besteht dieser aus verschiedenen Räumen. So teilt sich beispielsweise das Schweizer Team mit dem finnischen und österreichischen Team ein Zimmer. 
 
Womit die Sportler ihre Quarantänezeit verbringen, steht ihnen relativ frei. Man kann sich unterhalten, zusammen etwas spielen, schlafen, für sich etwas lesen und sich natürlich auf den Lauf vorbereiten. Nur ihre Handys müssen die Athleten abgeben, und der Kontakt zu aussenstehenden Personen und zurückgekehrten Läufern ist verboten. 
Der Schweizer Frauencoach Baptiste Rollier sagt, er begleite die Athletinnen zum Start und sage ihnen noch einige motivierende Worte. Manchmal gibt er ihnen einen Tipp oder eine Information und wenn gewünscht, nimmt er eine Jacke entgegen. Am Start haben die Trainer immer einen Ersatzkoffer mit zusätzlichen Kompassen, Reserve-Badges, Not-Haargummis und vielem mehr.

Der Damen-Trainer berichtet, die Nervosität der Läuferinnen sei sehr unterschiedlich. Elena Roos meint, sie sei meistens sehr nervös. Heute sei sie aber erstaunlich ruhig. Die Nervosität halte sich besser im Rahmen als vor der gestrigen Staffel, was vielleicht auch daran liegt, dass sie diese Nacht nicht so viel geschlafen habe und fast zu müde sei, um richtig nervös zu sein. Manchmal sei die Quarantäne fast beruhigend. Sie sei oft nervöser, wenn sie vor dem Wettkampf zuhause alleine für sich sei. In der Quarantäne sei die Tessinerin aber auch eher für sich. Die Schweizerin hat immer eine Zeitschrift oder ein Buch dabei, welches sie aber am Ende doch selten liest.  
 
Von den weiblichen Teammitgliedern erfahren wir, dass sie oft weniger lange in der Quarantäne sein müssen als die Männer, weil die Frauen oftmals früher starten. Elena Roos ist meistens früh da, weil sie auf keinen Fall zu spät kommen will. Als wir mit ihr sprechen, hat sie noch eine Stunde Zeit in der Quarantäne, bevor sie um 11:25 Uhr mit Einlaufen beginnt. Katrin Müller können wir kurz bevor sie los muss, auch noch schnell abpassen. Sie berichtet uns, dass sie heute gleich nervös ist, wie vor einem normalen Wettkampf. Da ihr Einsatz am Vortag gut gelang, verspürt sie eher Vorfreude als Nervosität und hat ein gutes Gefühl. Sie weiss, dass sie physisch fit ist, und wird sich heute auf das Technische konzentrieren können. Die Motivation ist gross, da der Lauf heute in ihrem Lieblingsgelände – voralpin – stattfindet.  Die Quarantäne ist für Katrin ähnlich wie eine normale Garderobe, da sie nicht so lange darin verweilen muss. Sie braucht sich also nicht bemüht eine Beschäftigung zu suchen, sondern kann sich umziehen, tapen und dann auf den Weg zum Start machen. Vor einem Mitteldistanz-Wettkampf läuft sie normalerweise etwa eine Dreiviertelstunde vor ihrem Start los, um ihr Können abzurufen. 
 
Gespannt, wie der Wettkampf heute ausgeht, verlassen wir die Quarantäne. Wir fanden den Besuch sehr interessant und aufschlussreich. Wir hoffen, wir haben die Vorbereitungs-Atmosphäre nicht zu sehr gestört und die Läufer konnten sich souverän für ihren Lauf bereitmachen. 
 
Eure Mia & Mara

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